Ferdinand’s Saar Dry Gin

Ferdinand's Saar Dry GinAchtung, dieser Gin benötigt einen Korkenzieher. Ja, wie eine Weinflasche kommt er daher, der Ferdinand’s Saar Dry Gin. Kein Wunder, denn es ist auch Wein drin: Riesling Spätlese von der großen Lage Saarburger Rausch. Wer hört sie jetzt nicht, die Sprüche von Terroir und so weiter? Doch irgend was muss ja dran sein, sonst wären die Weine nicht immer so hoch gelobt. Und sonst würden Capulet & Montague ihn ja nicht mit Gin mischen.

Geschichte

Wie weit muss ich hier fassen? Hinter diesem Gin steht nicht nur einfach eine Destille,  nein, auch ein Weingut, und natürlich der schon erwähnte Vertrieb Capulet & Montague aus Saarbrücken.

Die Destille, die Avadis Distillery, arbeitet seit Generationen auf dem von der Familie Vallender 1824 gegründeten Gutshof auf einem Höhenzug im Dreiländereck Frankreich-Luxemburg-Deutschland. Die eigenen Obstplantagen, aber auch der Weizen- und Gerstenanbau im eigenen Betrieb, bilden eine gute Grundlage für den Ferdinand’s Saar Dry Gin, sowie für weitere Brände und Destillate.

Der Wein im Gin stammt aus der Lage Saarburger Rausch. Diese gehört dem Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken, welches hier schon seit 270 Jahren als Familienbetrieb Wein herstellt.

Dies ist die Kombination, die den Ferdinand’s Saar Dry Gin unverwechselbar macht.

Botanicals und Alkohol

Über 30 handverlesene Botanicals werden im hauseigenen Rohbrand mazeriert. Das sind neben Wacholder zum Beispiel Hopfenblüten, Quitte und Rubinette-Äpfel von Bäumen hinter der Brennerei, Lavendel aus brachliegenden Weinbergen im Konzer Tälchen, Zitronenthymian aus dem eigenen Garten, Roter Weinbergpfirsich, Schlehe, Hagebutte, Angelika, Weinrose, Mandelschale, Koriander, Zimt, Ingwer und noch einige mehr.

Nach Zugabe des Rieslings, je nach Stärke ein bis fünf Prozent, wird der Brand vier Wochen gelagert. Dann wird er noch mit entmineralisiertem Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt.

Der Alkoholgehalt beträgt 44 % vol.

Geruch und Geschmack

Beim ersten Schnuppern finden wir einen blümeranten Unterton. Den kennen wir so nur von weinbasierten Gins. So können wir dann auch die fruchtigen Noten des Rieslings im Geruch ausmachen, ebenso wie Anklänge an Anis. Mit Eis finden wir dann auch ein wenig Wacholder, der sowieso recht dezent ist, und leichte Zitrusnoten. Dazu kommt ein holzig-harziger Geruch, der wohl von den Kräutern kommen muss.

Eben jene Kräuter entdecken wir auch im Geschmack. An der Zungenspitze spielen sie. Der Wein mischt sich dazu und wir haben kurz das Gefühl eines guten Grappas. Leichte Wacholdernoten machen sich am Zungenrand breit, sind allerdings nicht sehr dominant. Eiskalt schmecken wir den Wacholder stärker, insgesamt wird der Gin gekühlt aber weniger komplex. Der Wein ist deutlich herauszuschmecken.

Urteil

Wir haben hier eine schöne Spirituose vor uns, die vor allem auf Zimmertemperatur sehr komplex und lecker ist. Leider fehlt uns – wieder einmal – für einen „richtigen“ Gin die deutlichere Wacholdernote. Dennoch trinken wir den Ferdinand’s gerne.

Quelle

Erhältlich ist der Ferdinand’s Saar Dry Gin z.B. bei WineGrooves.

Disclaimer

Der Ferdinand’s Saar Dry Gin wurde uns von Capulet & Montague unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung.

5 Comments

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