Donkey Gin

Verschmitzt blickt uns der zwinkernde Esel von der Probenflasche an. Genau so sieht es aber auch auf dem Etikett der Original-Flasche aus. Von der Vinothek am Grauen Esel erhielten wir den hauseigenen Donkey Gin.

Etwas irritiert sind wir allerdings, wenn wir das Etikett lesen. „Gin mit Aroma“ steht da. Zum einen sollte Gin immer ein Aroma haben, vorzugsweise jenes von Wacholder. Und zum anderen sollte Gin nicht mit Aroma aromatisiert sein, sondern durch Mazeration und Destillation.

Was sich die Vinothek bei dieser Formulierung gedacht hat, können wir nur vermuten. Glücklich finden wir sie jedenfalls nicht.

Geschichte

Anfang 2017 kam ein Destillateur-Meister in die Vinothek am Grauen Esel. Er hielt ein Seminar zur Gin-Herstellung. Dabei wurde die Idee zum Donkey Gin geboren. Dieser kam nun neu auf den Markt und war sofort ausverkauft.

Botanicals und Alkohol

Elf Botanicals bilden die Grundlage für den Donkey Gin. Darunter sind neben Wacholdern noch Engelwurz, Kardamom, Ingwer, Veilchen, Wermut und „das intensive Johannisbeeren-Aroma“. Letzteres ist absichtlich von uns in Anführungszeichen gesetzt, denn wir wissen nicht, ob sich hinter dieser Formulierung Johannisbeeren verstecken oder eben nur Aroma.

Update:

Auf Nachfrage beim Hersteller teilte uns die Vinothek am Grauen Esel mit, der Gin enthalte ein Himbeerdestillat mit naturidentischem Johannisbeer-Aroma. Verwendet wird es, um die Frucht besser zur Geltung kommen zu lassen. Von der gesetzlichen Seite ist das, so lange auf der Flasche eine Angabe ist, in Ordnung. Doch wir fragen uns, ob es sein muss. Aus unserer Sicht kann man es zwar so machen, muss aber nicht. Wir finden, Gin sollte von den Zutaten leben und nicht von Aromazusätzen.

Der Alkoholgehalt beträgt 43 % vol.

Geruch und Geschmack

Wie schon angekündigt offenbart sich im Geruch des Donkey Gin deutlich die Johannisbeere. Schon in der Nase wirkt der Gin süßlich und erinnert eher an ein Bonbon. Wir riechen dazu einen Hauch Zitrone und Koriander. Doch die Johannisbeere walzt alle Aromen nieder. Eis macht den Eindruck frischer und süßer. Dazu kommt ein bisschen cremiger Eindruck. Doch viel ändert es sonst nicht.

Im Geschmack erscheint der Gin dann doch herber und etwas angenehmer. Die Johannisbeere ist nur noch subtil, aber auch hier bleibt von den restlichen Aromen nicht viel über. Bitter wirkt der Gin. Am Gaumen kommt die Johannisbeere dann im Abgang aber noch ein mal deutlich hervor. Auch mit Eis haben wir einen herben und bitteren Eindruck. Erst hier kann sich der Wacholder noch etwas durchsetzen.

Urteil

Abgesehen von einem leichten Brennen von Alkoholschärfe haben wir hier einen recht guten Johannisbeer-Schnaps, der aber doch leicht künstlich wirkt. Bezeichnen wir diese Spirituose als Gin, so ist sie nicht so wirklich unser Favorit. In dieser Kategorie erscheint der Esel uns eher unrund.

Quelle

Der Donkey Gin ist direkt über den Shop des Herstellers erhältlich. Die Flasche hat 0,5 Liter Inhalt und kostet etwa 30 Euro.

Disclaimer

Der Donkey Gin wurde uns vom der Vinothek am Grauen Esel unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung.

3 Comments

  1. Vielen Dank für den Test! Ich bin schon seit längerem auf der Suche nach einem Gin mit Johannisbeer Note. Dieser wird dann ehr nicht bei uns einziehen. Habt ihr einen Gin mit Johannisbeer Note probiert den man durchaus als rund bezeichnen kann?

    1. Speziell mit Johannisbeere kennen wir noch keinen. Generell haben wir unsere Probleme mit fruchtigen Gins, da uns hier der Fruchtgeschmack immer zu stark ist. Mit Brombeere könnten wir allerdings den Brockmans empfehlen.

  2. Hallo, ich durfte diesen Gin bei Freunden probieren und finde ihn sehr ausgewogen, pur eine leicht herbe Note aber mit meinem Fever Tree Mediterran ganz weich. Wir haben Himbeeren zum Mixen genommen, das bekommt dem Gin wirklich gut, ein fruchtig frisches Sommergetränk. Probiert es doch selbst einmal aus..

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