Juniper Jack London Dry Gin

Das erste, was uns auffiel, als uns der Juniper Jack präsentiert wurde, war der Hinweis, dass man hier nicht versucht, einen weiteren verspielten Gin zu machen. Gin-ähnliche Produkte erscheinen noch immer in Abständen, bei denen wir so langsam nicht mehr mit kommen. Der Hype dreht sich weiter. Independent Spirit wollte hier mit dem Juniper Jack gar nicht erst aufspringen und hat sich der Wurzeln des Gins besonnen. Das Ziel war einfach nur ein traditioneller London Dry Gin. Heraus kam eine „Wacholder-Bombe“.

Die Entwicklung dauerte zwei Jahre, und im Oktober 2015 war es dann so weit. Jedes Batch wird mit einer 300-Liter-Kupfer-Brennblase produziert und ist auf 1736 Flaschen limitiert.

Natürlich mussten wir diesen Gin probieren, denn er verspricht genau das, was wir von einem Gin erwarten: Komplexe Aromen mit deutlichem Wacholder.

Geschichte

Natürlich steckt auch hinter dem nich wirklich alten Gin Juniper Jack eine Geschichte. Ich erlaube mir hier, den Hersteller zu zitieren:

London, 1736: Juniper Jack, einfacher Mitarbeiter einer Brennerei, legt sich mit keinem Geringeren als King George II an. Mit seinem Theaterstück ›The Death of Queen Gin‹ zeigt er dem König, was er von seinem Gin-Act hält: Nichts! Trotz aller Risiken und Gefahren geht Juniper Jack seinen Weg und kämpft für Freiheit, Unabhängigkeit und ein selbstbestimmtes Leben — ohne Gewalt, dafür mit Kreativität und der ›Power of Independent Spirit‹.

Botanicals und Alkohol

Für Juniper Jack kommen nicht viele Botanicals in die Flasche. Wacholder, Wermut, Bitterorangen- und Zitronenschale, Koriandersamen, Minze und Brombeerblätter sind uns bekannt. Dazu kommen noch drei geheime Zutaten. Allerdings sagt auch das Sprichwort „Weniger ist mehr“, dass es nicht immer viele sein müssen.

Der Alkoholgehalt beträgt 46,5 % vol.

Geruch und Geschmack

Wir erhalten, was uns versprochen wurde. Deutlich ist der Wacholder vorhanden. Dazu kommen Zitrus und Koriandersamen. Leicht nadelig und süßlich wie Süßholz ist der Gin. Dazu kommt ein etwas erdiger und grünlicher Geruch. Etwas Wermut, also das Kraut, spielt auch mit. Mit Eis haben wir sofort den Louche-Effekt. Der Gin wird – wie ein Pastis oder Absinth – trübe. Wie riechen immer noch deutlich Wacholder. Dazu kommt ein Aroma, welches wir nicht ganz zuordnen können – leicht erdig und mit Noten grüner Beeren darin. Vielleicht müssen wir mal Brombeerblätter pur probieren.

Der Juniper Jack geht auch im Geschmack ganz dem Namen nach. Deutlicher Wacholder ist vorhanden, ebenso Zitrustöne. Leicht kommt die Minze hindurch, doch auch etwas Herb-Bitteres ist dabei. Selbst mit Eis ist der Gin noch komplex, was nicht oft der Fall ist. Wacholder und Koriander sowie die herbe Note, die schon zuvor beschrieben wurde, sind prägnant.

Urteil

Der Juniper Jack ist ein komplexer Gin, der Wacholder nicht nur verspricht, sondern auch deutlich ins Glas bringt. Die leicht herben Aromen heben sich gut dagegen ab und lassen ihn nicht nach Einheitsbrei schmecken.

Quelle

Passend zum restlichen Konzept ist der Juniper Jack nur in ausgewählten Bars und Fachhändlern zu finden. Eine immer aktuelle Liste gibt es bei Independent Spirit.

Woanders

Bei Eye for Spirits wurde der Juniper Jack probiert und sehr gut bewertet. Und bei Cocktailsworld gibt es ein Interview mit dem Gründer von Juniper Jack.

Disclaimer

Der Juniper Jack London Dry Gin wurde uns von Independent Spirit unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung.

2 Gedanken zu „Juniper Jack London Dry Gin“

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