Tschin

Bisher hatten wir die Schweiz als Gin-Produzenten noch nicht so richtig auf dem Radar. Doch die Destillation von Gin ist dort nicht mal so selten. So hatten auch wir schon drei verschiedene für dieses Blog verkostet. Mit der Abo-Box der Abonauten kam nun der Tschin dazu.

Passender kann ein Name für einen Gin nicht gewählt werden. Auf dem Bauerngut Käsers Schloss im schweizerischen Fricktal wird dieser Gin in kleinen Batches gebrannt. Dabei kommen nur ausgewählte Botanicals zum Einsatz.

Wir sind gespannt, wie uns das Produkt aus der Flasche mit dem Designer-Etikett gefallen wird.

Geschichte

Seit fünf Generationen betreibt die Familie Käser den Hof. Über 40 Jahre alte Apfelbäume sind dort zu finden. Darunter alte Sorten, die sonst selten sind. Auch Salat und Gemüse wird angebaut. Verkauft wird das ganze ab Hof und auf Märkten in der Region.

Mit dem Destillieren hat Rudi Käser 1995 angefangen. Ein Jahr zuvor hatte er in Lohnbrennerei einen Brand herstellen lassen und ihn einer Jury vorgestellt. „Untrinkbar“ war damals das Urteil. Die Sache selbst in die Hand zu nehmen hat sich gelohnt. Nur ein Jahr später erhielt er für seinen Berner Rosen Schnaps die erste Goldmedaille.

Neben bis zu fünfzig selbst gebrannten Schnäpsen produziert Käsers Schloss seit 2001 einen Whiskey in kleinen Auflagen. Dieser wird im Pot Still verfahren gebrannt und sieben Jahre in verschiedenen Fässern (Oloroso, Rum, Bourbon, Portwein und andere) gelagert. Ohne Jahresangabe aber wohl nicht viel später kam der Tschin dazu. Das Etikett für den Gin malte der Vater, Ruedi Käser, persönlich.

Botanicals und Alkohol

Die Brennerei Käsers Schloss benutzt für den Tschin Gin Wacholder und Kirschblüten aus dem Fricktal sowie „exotische Früchte und Gewürze aus der ganzen Welt“. Doch laut dem Info-Fächer der Abonauten kommen nur vier Botanicals zum Einsatz. Die anderen beiden sind Waldmeister und Walderdbeeren.

Der Alkoholgehalt beträgt 40 % vol.

Geruch und Geschmack

Wir riechen am Tschin und finden uns sofort in den Wacholderbüschen wieder. Dazu erschnuppern wir Waldmeister und Blüten. Etwas fruchtiges riechen wir. Dabei tippen wir auf Erdbeere. Insgesamt ist der Geruch blumig und herb holzig. Eine interessante Mischung. Mit Eis wird der Eindruck des Waldmeisters stärker. Auch die Blüten und der fruchtige Eindruck von Erdbeere wird stärker. Auch die Blüten können wir jetzt der Kirsche zuordnen. Obwohl nur vier Botanicals zum Einsatz kommen erscheint der Tschin in der Nase komplex. Alle vier finden wir schön eingebunden.

Auf der Zunge ist der Tschin dann erst mal erstaunlich trocken. Wir hätten ihn schon wegen des blumigen Aromas deutlich süßer erwartet. Neben den Kirschblüten schmecken wir deutlichen Wacholder. Dabei ist der Gin bitter und herb. Doch wir finden das ganze lecker. Eis bringt die Kirschblüten wieder mehr hervor. Etwas Wacholder ist noch dabei. Leider verwässern die ganzen Aromen so recht schnell.

Urteil

Zimmerwarm finden wir den Tschin Gin sehr lecker. Er ist komplex und zeigt damit, dass man nicht drölfzig Botanicals braucht. Mit Eis ist er nicht so unser Fall. Die Aromen verwässern zu schnell und er wird fade.

Quelle

Erhältlich ist der Gin von der Destillerie Käsers Schloss unter anderem bei Amazon. Die Flasche mit 0,5 Liter kostet etwa 43 Euro. Etwas günstiger ist er bei den Abonauten.

Disclaimer

Tschin wurde uns von den Abonauten über eine Abo-Box unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung.

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