Gin-Destillierkurs – Das Ergebnis

Vor einiger Zeit waren wir bei einem Gin-Destillierkurs. Dazu gab es auch schon einen Bericht. Unsere dort hergestellten Gin durften wir natürlich mitnehmen. Dazu gab es den Hinweis, die Flaschen doch noch mindestens zwei Wochen stehen zu lassen, damit sich die Aromen noch etwas entwickeln können. Bei uns standen sie etwas länger, doch nun wollten wir sie auch verkosten.

Wir beginnen mit meinem, der sich am Thema „Hamburger Pfeffersack“ orientieren sollte. Dazu habe ich typische Gewürze wie Pfeffer und Ingwer benutzt. Aber auch Zitrusaromen. Hier die genaue Liste:

Wacholder (1,5), Zitrone (1), Pfeffer (0,3), Koriander (0,4), Curacao (0,4), Ingwer (0,1), Zimt (0,1), Lemongrass-Piment (0,1) – Die Angaben in Klammern beziehen sich auf das entsprechende Aroma-Destillat in Milliliter pro 100 ml 40% Alkohol.

Im Geruch ist der selbstgemischte Gin sehr komplex. Die Lemongrass-Piment-Mischung tritt eben so deutlich hervor wie die anderen Zitrusaromen. Der Pfeffer kann erschnuppert werden. Dazu riecht es orangig-süß und blumig. Mit Eis werden die Zitrusaromen deutlicher, vor allem die Orange. Ein Hauch Zimt ist jetzt riechbar, am Rand auch Wacholder.

Der Geschmack ist orangig weich. Ein leichtes Brennen ist am Zungenrand spürbar. Auch das Lemongrass-Piment-Destillat schmeckt raus. Mit Eis erinnert der Gin eher an einen Orangenlikör mit einem Hauch Ingwer.

Unser erster selbst gemachter Gin riecht nach mehr, als er schmeckt. Er erinnert eher an einen komplexen würzigen Orangenschnaps als an einen Gin. Wacholder ist uns zu wenig drin.

Für den ersten Versuch ist die Mischung nicht schlecht geworden, hat aber nicht genug vom typischen Gin-Geschmack und für das Konzept „Hamburger Pfeffersack“ müssten die Gewürze noch deutlicher eingebunden werden.

Doch wir haben auch noch einen zweiten gemischt. Petra wollte es eher etwas schlichter haben. Ihr Gin setzt sich aus folgendem zusammen:

Wacholder, Zirbelkiefer, Koriander, Zitrone, Angelikawurzel, Lemongrass-Piment. Mengen haben wir hier leider keine aufgeschrieben.

Dieser Gin riecht dann auch nach Wacholder. Anscheinend ist es die Kiefer, die den Wacholder anhebt. Ein bisschen Lemongrass kann auch noch herausgeschnuppert werden. Mit Eis wird die Kiefer noch deutlicher. Dazu kommt der Geruch moosigen Waldbodens. Es ist erdig. Wir finden Angelikawurzel und Piment.

Der Geschmack hat straighten Wacholder. Dazu ein Hauch Piment und Zitrone am Zungenrand. Eis macht den Gin bitterer, trocken und herb. Koriander haben wir jetzt im Abgang.

Diese Mischung schmeckt deutlicher nach Gin durch den straighten Wacholdergeschmack. Auch schmeckt er etwas nach Wald, ist aber zu bitter.

Für unsere ersten Versuche sind wir schon ganz zufrieden. Wir haben zwar nicht bekommen, warum wir gekommen sind, nämlich einen selbst destillierten Gin, aber wir haben viel über Aromen gelernt.

Frau Küchenlatein war auch dabei, ihren Bericht gibt es hier.

3 Comments

  1. Schöner Bericht.
    Die Mengenangaben und die Herstellung habe ich nicht ganz verstanden. Habt ihr je 100ml Neutralsprit zu 40% alc die in Klammern genannten Mengen der Gewürze in Gramm hinzugefügt und dann destilliert?

    1. Hallo, Danke für das Lob. Die „Aromen“ waren schon vordestilliert. Es wurden die in Klammern angegebenen Mengen in Milliliter zu je 100 ml 40%igem Alkohol gegeben.

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