Eversbusch’s 1817 Doppel-Wachholder

Eins müssen wir vorweg nehmen. Weder wir, noch Eversbusch haben sich verschrieben. Wachholder schreibt sich hier tatsächlich mit dem zweiten h. Vor über hundert Jahren war dies die richtige Schreibweise und die Wacholderbrennerei Eversbusch hat den Namen bis heute erhalten.

Im Artikel über Brin Kruce haben wir von einer Wacholderreferenz gesprochen. Das hat die Eversbuschs gepieckt. Und so kam eine Flasche ihres Doppel-Wachholders zu uns ins Haus um zu belegen, dass es eine weitere Referenz gibt.

Wir bekamen nicht den „normalen“ Doppelwachholder mit 46%, sondern die Jubiläumsausgabe, den 1817 mit 56% vol. Seit 1817 produziert die Familie Eversbusch an der heutigen Adresse ihren Doppelwachholder. Wenn das nun kein Grund zum Feiern und für einen Schluck Wachholder ist.

Geschichte

Gegründet wurde das Unternehmen Eversbusch von Johann Christoph Eversbusch schon 1780 an der Chaussee Köln-Berlin. Damals war es noch eine Bäckerei, angeschlossen war aber auch schon eine kleine Brennerei in der Korn hergestellt wurde. Für seine Dienste im Freiheitskrieg 1813-1815 erhielt Peter Christoph Eversbusch das Recht, die Chausseegelder einzuziehen. Nach seiner Hochzeit zog er dann 1817 i das Wacholderhäusschen in der Berliner Strasse. Dort begann dann die Geschichte der Wacholderbrennerei, die er neben einer Bierbrauerei betrieb. Die Herstellung hatte er im Krieg gegen Napoleon in Holland gelernt.

1907 entstand dann ein größerer Neubau, in dem noch heute die Produktion nach unveränderter Rezeptur stattfindet. Damals begann auch die Abfüllung in Steinzeugkrüge, da durch die Einführung von Eisschränken nun jeder zu Hause die Möglichkeit hatte, einen gekühlten Doppelwacholder zu trinken.

Die Wirren des zweiten Weltkriegs hielten die Eversbuschs nur kurz von der Produktion ab. Die Brennerei überlebte einen Bombenangriff und eine Plünderung russischer Zwangsarbeiter. 1948 ging die Produktion weiter. Und noch heute ist die Brennerei komplett in Familienhand.

Botanicals und Alkohol

Bei einem reinen Wacholderbrand ist es schwer, Botanicals aufzuführen. Lediglich Wacholder wird hier verwendet. Dieser kommt nun schon seit mehr als drei Generationen vom selben Importeur aus der Toskana.

Der Alkoholgehalt beträgt 56 % vol.

Geruch und Geschmack

Es kommt nicht unerwartet. Der Wacholder ist stark  und deutlich in der Nase. Es beisst leicht in den Nasenflügeln, bei dem Alkoholgehalt ist dies aber nicht überraschend. Wie gesagt, der Wacholder ist stark und deutlich mit leicht erdigen Noten. Mit Eis wird das Ganze noch etwas komplexer und wir haben einen grünen, nadeligeren Eindruck.

Auch im Mund auf der Zunge tritt die Alkoholschärfe auf. Dann haben wir klaren Wacholder im Geschmack. Nicht mehr und nicht weniger. Hier verhält es sich mit Eis ebenso. Der Eindruck wird grüner und nadeliger, dadurch aber auch komplexer.

Urteil

Wir haben die Herausforderung angenommen. Auch dieser reine Wacholderbrand ist eine Referenz, allerdings auf seine Art. Während der Brin Kruce frischer und fruchtiger daherkommt, ist Eversbusch’s Doppel-Wachholder eher erdiger und  enthält andere Kopfnoten des Wacholders. Beide stechen für die jeweils verwendete Wacholderart als Beispiel für hochwertige Spirituosen heraus. Beide gefallen uns auf ihre Art.

Quelle

Erhältlich ist Eversbusch’s Doppel-Wachholder direkt beim Hersteller, der Wacholderbrennerei Eversbusch. Neben der 0,7l-Flasche für gut 30 Euro gibt es auch kleinere Größen für alle, die erst mal probieren wollen. Auch Schokoladenkugeln mit Wacholderfüllung sind im Shop zu finden.

Disclaimer

Eversbusch’s 1817 Doppel-Wachholder wurde uns von Eversbusch unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung.

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