G+ London Dry Gin

Ein Unternehmen, gegründet in einer Garage. Das passt eher zu einem IT-Unternehmen. Doch hier ist es die Feindestillerie Krauss. Von dieser kommt aus der „Danger Line“ der G+ London Dry Gin. Man könnte ihn auch Gin+ nennen, doch da ist die Flasche nicht ganz eindeutig. Auf dem Markt ist er schon länger, doch gab es ihn bisher nur in Österreich. Jetzt hat sich auch ein Vertrieb in Deutschland gefunden.

Geschichte

Lange gibt es die Feindestillierie Krauss aus Schwanberg in Österreich noch nicht. Gerade mal 2007 startete man in einer Garage mit kleinen Mengen und viel handwerklicher Hingabe. Doch der Erfolg stellt sich ein. Dieser Gin erhielt bei den World Spirits Awards in San Francisco 2015 Doppel-Gold.

Botanicals und Alkohol

Die Botanicals sind uns leider nicht bekannt. Nur Wacholder können wir als gesetzt gelten lassen.

Der Alkoholgehalt beträgt 44 % vol.

Geruch und Geschmack

Das Aroma von Fenchel oder Anis ist schon sehr deutlich. Dazu haben wir etwas Wacholder und Koriander in der Nase. Bittere Aromen von Angelika mischen sich mit einem herben Duft. Leider haben wir ein leichtes Beissen in der Nase. Mit Eis finden wir dann herben Anis. Etwas Wacholder ist auch vorhanden. Der Gin hinterlässt einen staubigen Eindruck. Nach einiger Zeit des Rätselns, welches fruchtige Aroma wir riechen, kommen wir am ehesten mit grüner Petroleummango hin.

Auf der Zunge brennt der Gin etwas. Dann haben wir erst Wacholder, aber schnell Anis im Geschmack. Leicht bitter erinnert er an herbe Kräuter. Ein Hauch Angelika könnte auch dabei sein. Mit Eis ist es ähnlich. Herbe Kräuter, Anis und ein trockener Eindruck mit etwas Wacholder.

Urteil

Der G+ Gin erinnert uns eher an einen Kräuterschnaps mit Anis als an Gin. Wäre der Hauch Wacholder nicht, könnte man auch an Raki oder Ouzo denken. Uns stört das alkoholische Brennen auf der Zunge und in der Nase.

Der Hersteller schreibt, es sei ein „geradliniger Gin mit dominanter Wacholdernote konzipiert, der nur dezent von Zitrusnoten und blumigen Anklängen umgarnt wird“. Wir können dies aufgrund der recht starken Anisnote nicht wirklich nachvollziehen. Auf der anderen Seite wissen wir nicht, welche Wacholdersorte verwendet wird und ob dieses eventuell genau diesem Aromaprofil entspricht.

Quelle

Erhältlich ist der G+ London Dry Gin bei Concorde Süsswaren. Dort wird er über die schöne Domain lecker-schnaps.de vertrieben. 0,5 Liter kosten 29 Euro.

Disclaimer

G+ London Dry Gin wurde uns von der Concorde Süßwaren & Gebäck GmbH unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung.

2 Comments

  1. Hallo liebe Gin-Nerds,

    Sehr interessiert lese ich immer eure Geschmacksausflüge durch die Gin-Welt. Glückwunsch zu eurer tollen Homepage.
    Mir scheint allerdings das ihr beim Testen des Gin+ keinen guten Tag erwischt habt. Neben dem Monkey 47 und dem Keckeis Gin gehört dieser zu meinen absoluten Lieblings-Gins. Ich habe einen Beitrag zu dem Gin schon lange erwartet und bin jetzt doch relativ enttäuscht über das Urteil. Nun gut, Geschmäcker sind unterschiedlich. Die Anisnote kann ich bestätigen. Der Wacholder kommt meiner Meinung nach sehr gut durch. Was ich absolut nicht bestätigen kann ist ein alkoholisches Brennen auf der Zunge oder Nase. Mir kommt der Gin+ sehr rund vor. Letztlich muss es jeder für sich selbst entscheiden, wenn es um Geschmack geht. Persönlich glaube ich, dass das Urteil der San Francisco World Spirits Competition zutreffender ausfällt.
    Ich freue mich auf weitere Beiträge von euch über Gins aus aller Welt. Künftig werde ich sie jedoch weniger in meine Kaufentscheidung einfließen lassen, da ich offenbar eine etwas andere Geschmacksrichtung besitze.

  2. Pingback: BlogWatch: Die besten Beiträge aus der Schnaps-Szene (KW 05/2017) – Schnaps.Blog

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