Unterthurner Gin

Die Nachfrage von Kunden brachte Stephan Unterthurner dazu, sich in den weit gefächerten Gin-Markt zu wagen. Seit Generationen stellt die Brennerei aus lokalen Wacholderbeeren schon reine Wacholderbrände her. Der Schritt zum Unterthurner Gin war dann nicht mehr weit. Besonders ist hier die bewusste Entscheidung, die Zubereitung als Blend auszuführen und nicht zu versuchen, den nächsten London Dry auf den Markt zu bringen.

Als wir lasen, dass ein Himbeergeist verwendet wird, hatten wir erst Bedenken. Zu schnell kommt hier ein gruselig süßes und künstlich schmeckendes Gesöff ins Glas. Doch hier wurden wir eines Besseren belehrt.

Geschichte

Die Privatbrennerei Unterthurner ist einer der ältesten Brennereibetriebe Südtirols. Der Sitz der Firma ist aus dem Jahre 1424. So alt ist die Brennerei dann doch nicht. Allerdings feiert sie durch die Gründung 1947 dieses Jahre ihr 70. Jubiläum.

Botanicals und Alkohol

Als Botanicals kommen Wacholderbeeren, Himbeeren, Wildschlehe, Zitrone und Amaretti zum Einsatz. Doch diese werden nicht zusammen destilliert. Unterthurner stellt erst ein Basisdestillat her. Dazu wird lokaler Gebirgswacholder verwendet. Dieser ist auch einzeln als Kranebitter erhältlich. Zusammen mit Himbeer- und Wildschlehengeist sowie Zitronenschale wird dann geblendet. Anschließend wird noch mit Quellwasser auf Trinkstärke verdünnt.

Der Alkoholgehalt beträgt 45 % vol.

Geruch und Geschmack

Ein schönes Wacholderaroma strömt uns in die Nase. Dann haben wir auch schon Himbeere und weitere fruchtige Aromen dabei. Die Kombination der Aromen ist spannend und schön. Wie Waldbeeren riecht es, dazu der Wacholder. Mit Eis wird das Aroma der Himbeeren deutlicher. Es ist schön fruchtig ohne künstlich zu wirken. Dazu kommt der Wacholder dezent im Hintergrund mit einem herben grünen Eindruck.

Auch im Geschmack haben wir beim Unterthurner Gin deutlich Wacholder. Hier kommt die Schlehe noch hervor. Das Himbeeraroma ist weder süß noch künstlich sondern eher herb. Die Kombination ist ausgewogen und hinterlässt einen warmen Eindruck. Eis fügt noch eine bittere Kräuternote hinzu. Der Gin ist im Gegensatz zum Geruch weniger fruchtig.

Urteil

Sehr schön. Uns gefällt der Unterthurner Gin. Überzeugen kann das fruchtige Aroma ohne dabei künstlich zu wirken. Dazu kommt das ausgewogene und komplexe Aroma, das diesen Gin ungewöhnlich aber lecker macht. Auf Eis sollte man allerdings verzichten, denn zimmerwarm schmeckt er besser.

Quelle

Der Unterthurner Gin aus der Reihe Sanct Amadeus ist direkt beim Hersteller erhältlich. Mit 23 Euro für 0,7 Liter ist er durchaus bezahlbar.

Disclaimer

Der Unterthurner Gin wurde uns von der Privatbrennerei Unterthurner GmbH und der Agentur GUMMIG unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung.

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