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Cutler’s Gin

Cutler’s hat diesen Gin von vorneherein als New-Western-Style geplant und wollte weg von überstarken Wacholderaromen. Als wir die Flasche bei Trader Joe’s in USA sahen, sprang uns das teils historisch wirkende Design, aber auch der Hinweis auf einen zitruslastigen Gin gleich an.

Geschichte

Im Gegensatz zu vielen Großunternehmen haben wir hier eine Destille mit Familiengeschichte. Irgendwann 1915 oder 1916 eröffnete der Ur-Großvater, Duke Cutler, des heutigen Destillerie-Besitzers Ian Cutler, in Angels Camp, Kalifornien, eine Bar. Seine Vision war recht klar: Goldschürfer haben irgendwann auch mal Durst. Als die Goldminen nicht mehr genug abwarfen, zog er nach Oakdale, am Fuße der Sierra Nevada Mountains und unweit des Yosemite National Parks.

1917 bis 1920 kämpfte eben jener Duke Cutler in Frankreich im Ersten Weltkrieg. Als er zurück nach Oakdale kam und seine Bar wieder eröffnen wollte, kam die Prohibition dazwischen. Er tat sich mit lokalen Farmern zusammen und produzierte Moonshine. Zu seinen Kunden zählten nicht nur „durstige“ Anwohner, sondern auch der Sheriff, Richter und der Gouverneur von Kalifornien. So kam er recht sicher durch die Prohibition und eröffnete dann 1933 Dukes Bar. 1936 kam der familieneigene Liquor Store hinzu.

Über die Jahre kamen dann die Söhne und deren Söhne und weitere Liquor Stores in die Firma. Dazu eigene Produkte und die Marke Cutlers. Als 1985 die Gesetzeslage zum Verkauf von Alkohol sich zugunsten der Großmärkte änderte, war das Unternehmen fast am Abgrund. Erst 2013 belebte Ian Cutler Cutler’s Artisan Spirits wieder so richtig neu.
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Trader Joe’s The Art of the Still Organic Gin

Vor zwei Jahren hatten wir uns schon ein mal einen leckeren Gin von Trader Joe’s mitgebracht. Dieses Jahr entdeckten wir einen neuen der Eigenmarke und griffen wieder zu. The Art of the Still lockte mit Salbei, was uns schon beim O49 sehr gut gefiel.

Geschichte

Eine große Geschichte gibt es hier nicht zu erzählen. Dass Gins von Handels-Eigenmarken in der Regel aus Großbetrieben kommen, ist klar. Doch Trader Joe’s lässt hier seinen Hersteller einen anderen Weg gehen. Schon der Mais, der hier als Grundprodukt dient und einen leicht süßlichen Geschmack gibt, wird von den Farmern im Bio-Anbau produziert. In der Destille werden Batches in einer Kupfer-Destille gebrannt und das, was vom Maiskolben über bleibt, wird noch in Bio-Treibstoff verwandelt. Die Reste der Maiskörner werden zu guter Letzt bei lokalen Farmern an Tiere verfüttert.
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Brooklyn Gin

Brooklyn GinIn USA gibt es den Brooklyn Gin schon länger. Die New York Times berichtete schon 2011 über die Destille. Nun hat er auch den Sprung nach Deutschland geschafft und Selection Prestige importiert und vertreibt den Booklyn Gin in unseren Landen.

Auf den ersten Blick ist die Flasche sehr auffällig, doch jeder sollte sie mal in die Hand nehmen. Nicht nur das Firmenlogo auf der Front, auch die Abdeckung auf dem Korken sind aus schwerem massivem Metall.

Geschichte

Gegründet wurde die Brooklyn Distilling Company 1895. Doch diese ist es nicht, die diesen Gin herstellt. Geschlossen wurde sie wieder um 1900. Doch etwa seit 2011 gibt es den Namen Brooklyn Gin wieder. In der Warwick Valley Winery & Distillery, der ersten Destille in New York, die nach der Prohibition ihre Lizenz bekam, wird der Gin von einem echten Brooklyner mit viel Handarbeit hergestellt.
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Savory Spice Prohibition Gin

Savory Spices Prohibition GinSo ein Marmeladen- oder Einmachglas sieht doch hübsch aus. Genau das dachten wir auch, als wir im Shop von Savory Spice in Boulder, Colorado standen. Die Idee, zum Beispiel als Reisemitbringsel oder als Geschenk für den Gin-Fan, ist wirklich schön. Ein Glas in passender Größe, gefüllt mit den passenden Botanicals und einer Anleitung.

Nach dieser Anleitung haben wir uns einen Bathtub Gin selbst gebaut. Das einzige, was nicht enthalten ist, ist der Vodka, den sich jeder noch vorab besorgen muss. Ansonsten sind folgende Zutaten schon enthalten: Weiterlesen

Ransom Old Tom Gin

Ransom Old Tom GinMit dem Ransom Old Tom Gin haben wir den zweiten Barrel Aged Gin in der Verkostung. Laut Label lag der Gin aus dem US-Bundesstaat Oregon sechs bis acht Monate im französischen Eichenweinfässern. Als Getreide für den Basisalkohol wird sowohl Mais als auch Gerste benutzt. Spannend finden wir vorab schon das Flaschenlayout, das sowohl vom Label, als auch von der Farbe des Inhalts eher an einen Whisky erinnert.

Geschichte

Ransom Spirits wurde 1997 mit einem recht kleinen Budget gegründet. Da kommt dann auch der Name her. Zum einen steht es für Lösegeldzahlungen, zum anderen aber auch für Erlösen. Tad Seestedt, der die Brennerei gegründet hat, finanzierte seinen Traum mit einem bisschen Ersparten und ein paar Kreditkarten. Er begann mit Grappa, Eau de Vie und Brandy. Später kamen Weine in kleinen Auflagen dazu. Ab 2007 benutzte er dann auch Getreidealkohol und stellte Gin, Whisky und Vodka her. 2010 kam Wermut dazu. Und 2011 dann die Bio-Zertifizierung.
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Wildrye Boss Tweed Old Tom Gin

Boss Tweed Old Tom Gin

Unser USA-Urlaub war schon darauf ausgelegt, Gin mitzubringen. Doch erst fanden wir nur das Übliche. Etwas wirklich Exotisches fiel uns dann mit dieser Flasche aus Montana in die Hände. Ein mit karamellisiertem Zucker gesüßter Old Tom Gin von Wildrye Distilling, benannt nach einem korrupten Politiker.

Geschichte

William M. Tweed, auch Boss Tweed genannt, war ein amerikanischer Politiker, dessen Karriere mit Bestechungs- und Korruptionsskandalen im Knast endete. Ein schöner Hintergrund für einen Gin, sollte man denken.

Doch Wildrye Distilling scheint sich gar nicht auf Mr. Tweed zu beziehen, sondern auf eine verlassene Mine in der Nähe von Pony, Montana. Das dort geförderte Erz wäre nach heutigen Wert 125 Millionen Dollar schwer. Wie auch immer der Name nun zustande kam, exotisch ist es alle Mal.  Weiterlesen

Koval Dry Gin

koval_gin_originalMit dem Verkostungspaket von Flaviar erhielten wir auch den Koval Dry Gin. Koval ist vor allem für Whiskey bekannt, stellte aber neben Likören, Vodka und Brandy auch einen Gin her. Dieser ist aus 100% Bio-Getreide, selbst bio-zertifiziert und koscher.

Bei unserer Recherche haben wir drei verschiedene Flaschen-Layouts von Koval gefunden. Eines davon unter dem Namen Sylvan. Wir haben bei Koval nachgefragt. In allen drei Flaschen steckt das gleiche Produkt.

Geschichte

Die Koval Distillery wurde 2008 in Chicago von Robert und Sonat Birnecker gegründet. Damit ist sie sozusagen noch ein Frischling auf dem Markt. Doch der Name beruft sich auf ältere Wurzeln. Koval steht im Jiddischen für Schmied. Aber auch für schwarzes Schaf oder für jemanden, der etwas unerwartetes tut oder etwas aussergewöhnliches im Sinn hat. Und so geht der Name wohl auf den Urgroßvater der Gründer zurück, der Anfang der 1900er von Wien in die USA kam und sich in Chicago niederliess. Die letzten beiden Bedeutungen des Wortes Koval dürften also auf diesen Urgroßvater zurückzuführen sein. Zufällig hieß der Großvater dann auch noch Schmid. Weiterlesen

Roundhouse Spirits Imperial Barrel Aged Gin

Roundhouse Spirits Imperial Barrel Aged Gin

Natürlich wollten wir etwas Besonderes mitbringen, wenn wir schon mal in USA im Urlaub sind. In einem Feinkostladen in Boulder, Colorado, fanden wir den Roundhouse Spirits Imperial Barrel Aged Gin. Auch wenn auf der Flasche steht, dass der Gin, der in kleinen Batches produziert wird, mindestens sechs Monate in neuen Eichenfässern gelagert wird, sind es laut Hersteller sogar mindestens 10 Monate.

Wir finden es jedenfalls spannend und haben somit unseren ersten Barrel Aged Gin verkostet.

Geschichte

Gegründet wurde Roundhouse Spirits im Jahr 2008 in Boulder, Colorado. Mit ihrem Kaffee-Likör und dem Imperial Barrel Aged Gin haben sich Roundhouse schnell einen Namen gemacht.

Wegen Problemen mit Markenrechten hat sich die Roundhouse Distillery dann am 01.04.2015 in Vapor Distillery umbenannt. Der von uns verkostete Gin trägt seither den Namen Ginsky.

Botanicals und Alkohol

Die Botanicals konnten wir leider nicht herausfinden. Lediglich Wacholder gilt als gesetzt.

Der Alkoholgehalt beträgt 47 % vol.

Geruch und Geschmack

Wir haben deutliche Wacholdernoten in der Nase. Doch durch die Fassreifung werden sie von holzigen, rauchigen und harzigen Aromen ergänzt. Weich und süßlich wie Karamell ist der Imperial. Dazu kommt Zitrus von Orange oder Mandarine und Gewürze wie Koriander. Fast hat der Gin etwas Weihnachtliches an sich. Mit Eis finden wir weiter deutlich Wacholder vor, fühlen uns aber an einen Orangenlikör erinnert. Etwas Limette schwingt mit, dazu noch die Holznoten, aber leichtfüßiger. Vanille kommt noch hinzu.

Der Geschmack des Roundhouse Spirits Imperial Barrel Aged Gin erinnert uns eher an Rum. Er ist vollmundig und führt Aromen von dunklem Rohrzucker mit. Süßlich karamellig und schmelzig liegt er auf der Zunge. Dieser Gin erinnert uns an Bourbon mit Orangenlikör und einem Hauch Wacholder. Dazu kommt etwas Rauchiges, das  an Whiskey erinnert. Eiskalt haben wir nur noch Wacholder mit etwas Süßsaurem, dazu ein unangenehmes Zitrusbeissen.

Urteil

Der Imperial Barrel Aged Gin mag bei Zimmertemperatur getrunken werden. Er ist komplex und erinnert an Rum mit Anklängen von American Whiskey, was durch die Holzfasslagerung kommt. Kalt erinnert er stärker an Likör. Wir finden ihn sehr spannend und mögen ihn gerne.

Quelle

Erhältlich ist der Gin bei Spirituosen Wolf. Das ist auch die einzige Quelle, die wir in Deutschland gefunden haben. Diverse Shops in USA haben ihn aber auch im Angebot.

Woanders

Wir haben bei The Gin is In eine Verkostungsnotiz gefunden. Ausserdem wurde dort auch ein Negroni mit probiert. Auch bei T. Edwards New York Wine Blog wurde der Gin verkostet und wird ebenfalls zu einem Negroni empfohlen.

Death’s Door Gin

Death's Door Gin

Eine nette Anekdote verbirgt sich hinter der Miniaturflasche auf dem Bild. An unserem letzten Tag in Denver waren wir im Acorn essen und entdeckten quer gegenüber des Restaurants einen Liquor Store. Doch dieser hatte, im Vergleich zu den anderen üblichen Stores, eine komplett andere Auswahl. Es gab nur das Gute, und davon meist nur das Bessere. Wir hätten hier gerne den Laden leer gekauft, doch der deutsche Zoll hätte das sicher nicht verstanden. Also erstanden wir für den Abend eine 5cl-Flasche Death’s Door Gin, dem einzigen, den es in klein gab. In einem kurzen Gespräch mit dem Inhaber des Ladens erklärten wir unsere Misere mit den Alkoholfreigrenzen, und er schenkte uns, als Abschied von der Stadt, eine zweite Flasche dazu. Vielen Dank an The Proper Pour dafür. Vielen Dank auch, dass wir uns an diesem Abend keine Verkostungsnotizen machen mussten.

Geschichte

Nur 700 Einwohner hat Washington Island, Wisconsin. Neben dem Tourismus ist die Landwirtschaft das zweite Standbein der Insel. Doch in den 1970ern sah es für die plötzlich schlecht aus. Um diese wieder anzukurbeln, wurde begonnen, Weizen anzupflanzen. Das brachte Brian Ellison auf eine Idee: Man könnte doch Alkohol daraus machen. Somit entstand die Death’s Door Distillery. Benannt wurde sie nach der Wasserstrasse, die Lake Michigan mit Green Bay verbindet.

Zuerst liess Death’s Door brennen und produzierte nicht selbst. Am 04. Juni 2012 war es dann so weit, und die eigene Destille wurde in Betrieb genommen. Wenn man den Reviews im Netz glauben darf, hat dies nicht nur der Qualität sondern auch dem Geschmack gut getan.

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Auf einen Gin Tonic – in der Sunset Station, Henderson, USA

Ein Casino am Rande von Las Vegas, genauer in Henderson, ist nun nicht der Ort, den man sich als Location für einen schönen Gin Tonic vorstellt. Auf unserer Tour – vor einem Jahr – durch den Südwesten der USA wählten wir die Sunset Station vor allem für eine billige Übernachtung aus. Dass wir ausgerechnet das Wochenende mit Valentinstag und Presidents Day erwischten und selbst das billigste Hotel eine Menge kostete, war dann leider unser Pech.

Wir wollten uns zum Abschluss des Abends noch einen Martini genehmigen, und so führte uns der Weg in die Bar, die mitten im Casino der Sunset Station liegt. Weithin bekannt ist die Gaudi Bar für ihre etwa 500 Quadratmeter große Deckenkonstruktion aus 12 Tonnen Mosaik-Glas. Dieses beeindruckende Bauwerk sollte sich jeder ansehen. Die Decke ist sehr hübsch gestaltet und alleine für sich ein Erlebnis.

Sunset Station

Doch wir landeten in Rosalita’s Cantina, und nicht in der Gaudí Bar. Auf den ersten Blick ist das nicht groß zu unterscheiden. Als wir dann die Martini-Karte in der Hand hielten, es war Happy Hour und jeder sollte 5 Dollar kosten, fiel sie uns fast vor Schreck wieder aus der Hand. Kein einziger Martini mit Gin, auch keiner mit Wodka. Lauter bunte Zucker-Drinks mit Aroma-Gedöns.

Wir ließen den Blick über die Bar schweifen und bestellten bei der knapp bekleideten Bedienung, man darf nicht vergessen, wir sind in einem Casino, einen Bombay Tonic.

Der Drink kam und konnte uns überzeugen. Eine deutliche Menge Gin war im Glas, dazu wohl eine passende Menge Tonic. Sowohl der Gin als auch das Tonic war deutlich zu schmecken, passte sich einander aber auch sehr gut an.

Für die sehr ordentliche Menge Gin zahlten wir 8 Dollar, zum damaligen Wechselkurs etwa 6 Euro. Darüber können wir nicht meckern. Solltet Ihr also in die Sunset Station kommen, trinkt einen Gin Tonic bei Rosalita. Eine der Damen in den knappen Kleidern wird schon so heissen.