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Hayman’s English Cordial Gin Cask Rested

Nach der Verkostung des Hayman’s English Cordial Gin musste ich erst mal nachsehen, was ein „Cordial Gin“ ist. Ich gebe zu, ich habe es nicht herausgefunden. Doch Cordial steht im Allgemeinen für ein alkoholisches Getränk und wird in der Wikipedia mit Likör angegeben.

Exklusiv für den deutschen Markt hat sich Hayman’s entschlossen, eine englische Tradition aufleben zu lassen. Mit Hilfe des Historikers David T. Smith wurde der Cordial Gin im Stil des 19. Jahrhunderts hergestellt. Und für die German Edition lagerte er noch drei Wochen in Eichenfässern. Farbe hat er dabei keine abbekommen, denn er kommt ganz klar ins Glas.

Die German Edition des Cordial Gins ist nicht nur exklusiv für den deutschen Markt, sondern auch noch limitiert. Wir sind sehr froh, eine der nur 2000 Flaschen bekommen zu haben. Wer also selbst probieren möchte, der sollte schnell zugreifen. In Großbritannien gibt es eine Auflage mit 1500 Flaschen, doch der scheint nicht im Fass gewesen zu sein.

Geschichte

James Burrough, ein Apotheker, war es, der 1863 ein „gin and liqueur rectifying business“ kaufte. Genaues haben wir darüber nicht gefunden, aber wir gehen davon aus, dass es sich um eine Destille handelt. Das belegt auch die Tatsache, dass er danach Gin, Liköre und medizinischen Alkohol herstellte.

Neville Hayman, der Mann von Marjorie Burrough, der Enkelin von James Burrough, war dann der erste Hayman, der in die Firma eintrat. Dies war 1951. Damals stellte die Destille noch den bekannten Beefeater Gin her. 1987 wurde die Destille dann an den Brauer Whitbread verkauft.

Doch Christopher Hayman, der Sohn von Neville, konnte den Gin nicht lassen und kaufte die James Burrough Fine Alcohols Division wieder zurück. Er änderte den Namen auf Hayman Distillers.
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Flow Gin – the flowery Gin

Mit Rosen in Gin haben wir schon recht prägnante Erfahrungen gemacht. Der Flow Gin von Blumenkind Spirituosen will das besser machen. Die Gastronomie, Bars und auch Händler sind inzwischen davon überzeugt. Wir hatten nun auch die Möglichkeit, den in kleinen Chargen von 300 Flaschen hergestellten Gin zu verkosten.

Geschichte

Blumenkind Spirituosen ist nur wenige Monate alt. Die beiden Schulfreunde Alexander Kurz und Jan-Hendrik Strautmann haben „die Firma“ gerade erst gegründet. Für den Flow Gin haben sie das Rezept entwickelt, produziert wird er in Zusammenarbeit mit einem Familienunternehmen aus Niedersachsen.
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Tiroler Berg Gin

Tiroler Berg GinHandgepflückter Wacholder von der Kemater Alm und duftendes Bergheu aus dem Pitztal mit intensiven Bergblumen und Heilkräutern kann man durchaus auch für einen Gin verwenden. Die Tiroler Kräuterdestillerie will damit aus ihrem Berg Gin mehr machen als ein Modegetränk. Sie haben sich eine Kombination aus traditioneller Gin-Kultur mit dem Natürlichen der Tiroler Berge auf die Fahnen geschrieben. Wir haben probiert, ob dies gelungen ist.

In einer schönen und sehr hohen Flasche, in der sonst Obstbrände kommen, flatterte der Gin ins Haus. Man sieht ihr erst nicht an, dass nur 350 ml hinein passen. Dafür ist der Preis mit unter 40 € der Liter aber auch nicht zu verachten.

Geschichte

Dieses Jahr (2016) darf die Tiroler Kräuterdestillerie ihr 100jähriges feiern. Seit 100 Jahren werden mit viel Liebe und Sorgfalt echte Tiroler Spirituosen-Spezialitäten hergestellt. Seit neuestem ist auch ein Gin dabei.
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Niemand Dry Gin

Aus Hannover erreichte uns ein neuer Gin. Der Niemand Dry Gin will mit einer facettenreichen Geschmackskomplexität punkten. Die den Ton anschlagenden Botanicals sind hier Sandelholz und Lavendel. Wir sind doch sehr gespannt.

Geschichte

Hinter dem Niemand Dry Gin stehen die beiden kreativen Unternehmer Sebastian Otto und Torben Paradiek, die bereits im letztem Jahr unter dem Namen „Gin Flight“ Gewürze zum Verfeinern von Gin-Tonic auf den Markt gebracht haben. Vor wenigen Monaten haben sie dann ihren Gin folgen lassen.
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Ransom Old Tom Gin

Ransom Old Tom GinMit dem Ransom Old Tom Gin haben wir den zweiten Barrel Aged Gin in der Verkostung. Laut Label lag der Gin aus dem US-Bundesstaat Oregon sechs bis acht Monate im französischen Eichenweinfässern. Als Getreide für den Basisalkohol wird sowohl Mais als auch Gerste benutzt. Spannend finden wir vorab schon das Flaschenlayout, das sowohl vom Label, als auch von der Farbe des Inhalts eher an einen Whisky erinnert.

Geschichte

Ransom Spirits wurde 1997 mit einem recht kleinen Budget gegründet. Da kommt dann auch der Name her. Zum einen steht es für Lösegeldzahlungen, zum anderen aber auch für Erlösen. Tad Seestedt, der die Brennerei gegründet hat, finanzierte seinen Traum mit einem bisschen Ersparten und ein paar Kreditkarten. Er begann mit Grappa, Eau de Vie und Brandy. Später kamen Weine in kleinen Auflagen dazu. Ab 2007 benutzte er dann auch Getreidealkohol und stellte Gin, Whisky und Vodka her. 2010 kam Wermut dazu. Und 2011 dann die Bio-Zertifizierung.
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Wildrye Boss Tweed Old Tom Gin

Boss Tweed Old Tom Gin

Unser USA-Urlaub war schon darauf ausgelegt, Gin mitzubringen. Doch erst fanden wir nur das Übliche. Etwas wirklich Exotisches fiel uns dann mit dieser Flasche aus Montana in die Hände. Ein mit karamellisiertem Zucker gesüßter Old Tom Gin von Wildrye Distilling, benannt nach einem korrupten Politiker.

Geschichte

William M. Tweed, auch Boss Tweed genannt, war ein amerikanischer Politiker, dessen Karriere mit Bestechungs- und Korruptionsskandalen im Knast endete. Ein schöner Hintergrund für einen Gin, sollte man denken.

Doch Wildrye Distilling scheint sich gar nicht auf Mr. Tweed zu beziehen, sondern auf eine verlassene Mine in der Nähe von Pony, Montana. Das dort geförderte Erz wäre nach heutigen Wert 125 Millionen Dollar schwer. Wie auch immer der Name nun zustande kam, exotisch ist es alle Mal.  Weiterlesen

Sipsmith London Dry Gin

Sipsmith London Dry GinIm Tasting Pack von Flaviar hatten wir den Sipsmith London Dry Gin. Dieser kommt auch direkt aus London. Auf dem Etikett wird dann auch schon deutlich angedeutet: Die Destille, aus der ein Schwanenhals auf Wacholderbeeren deutet.

Geschichte

Nach fast 200 Jahre ist Prudence, die Destille von Sipsmith, die erste neue Destillieranlage in London. Die 300-Liter-Kupferdestille wurde zusammen mit Christian Karl, einem deutschen Hersteller von Destillen seit 1869, entwickelt.

Botanicals und Alkohol

Reiner Roggenvodka, der im Hause Sipsmith hergestellt wird und auch einzeln erhältlich ist, bildet die Basis für den Gin. Dazu kommen die zehn Botanicals: mazedonischer Wacholder, bulgarische Koriandersamen, Angelikawurzel, Süßholzwurzel, Veilchenwurzel, gemahlene Mandeln, Zitronenschale, Cassia, Zimt und Orangenschalen. Diese werden im Vodka mazeriert und dann zu Gin verbrannt.

Der Alkoholgehalt beträgt 41,6 % vol.

Geruch und Geschmack

Bei ersten Schnuppern haben wir erst das Gefühl, reinen Grain-Alkohol im Glas zu haben. Dann mischen sich noch Zitrus und Lakritz als Aromen hinein. Wir riechen Süßholz, Anis und dann auch Wacholder. Lange halten wir das Glas unter die Nase und werden das Gefühl von trockenem Staub und trockenem Holz in der Sonne nicht los. Mit Eis haben wir dann Zitrone in der Nase. Und das schon beschriebene trockene Staub-und-Holz-Gefühl. Dazu ein Hauch Desinfektionsmittel.

Auch im Geschmack finden wir die klassischen Wacholder und Zitrusnoten. Der Gin ist bitter am Gaumen. Eiskalt schmecken wir Zitrus und Anis. Leider schmeckt der Sipsmith nach weniger, als er riecht.

Urteil

Uns ist der Sipsmith London Dry Gin nicht rund genug. Zu wenig Wacholder, weniger Geschmack als Geruch und ein unausgewogenes Gefühl lassen uns mit dem Gin nicht so richtig warm werden.

Quelle

Erhältlich ist der Sipsmith London Dry Gin unregelmässig in Tasting Packs von Flaviar oder zum Beispiel auch bei Flaviar oder Urban Drinks.

Woanders

Über ein besonderes Tasting mit Sipsmith hat Ginobility geschrieben.

Disclaimer

Der Sipsmith London Dry Gin wurde uns von Flaviar unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung.

Roundhouse Spirits Imperial Barrel Aged Gin

Roundhouse Spirits Imperial Barrel Aged Gin

Natürlich wollten wir etwas Besonderes mitbringen, wenn wir schon mal in USA im Urlaub sind. In einem Feinkostladen in Boulder, Colorado, fanden wir den Roundhouse Spirits Imperial Barrel Aged Gin. Auch wenn auf der Flasche steht, dass der Gin, der in kleinen Batches produziert wird, mindestens sechs Monate in neuen Eichenfässern gelagert wird, sind es laut Hersteller sogar mindestens 10 Monate.

Wir finden es jedenfalls spannend und haben somit unseren ersten Barrel Aged Gin verkostet.

Geschichte

Gegründet wurde Roundhouse Spirits im Jahr 2008 in Boulder, Colorado. Mit ihrem Kaffee-Likör und dem Imperial Barrel Aged Gin haben sich Roundhouse schnell einen Namen gemacht.

Wegen Problemen mit Markenrechten hat sich die Roundhouse Distillery dann am 01.04.2015 in Vapor Distillery umbenannt. Der von uns verkostete Gin trägt seither den Namen Ginsky.

Botanicals und Alkohol

Die Botanicals konnten wir leider nicht herausfinden. Lediglich Wacholder gilt als gesetzt.

Der Alkoholgehalt beträgt 47 % vol.

Geruch und Geschmack

Wir haben deutliche Wacholdernoten in der Nase. Doch durch die Fassreifung werden sie von holzigen, rauchigen und harzigen Aromen ergänzt. Weich und süßlich wie Karamell ist der Imperial. Dazu kommt Zitrus von Orange oder Mandarine und Gewürze wie Koriander. Fast hat der Gin etwas Weihnachtliches an sich. Mit Eis finden wir weiter deutlich Wacholder vor, fühlen uns aber an einen Orangenlikör erinnert. Etwas Limette schwingt mit, dazu noch die Holznoten, aber leichtfüßiger. Vanille kommt noch hinzu.

Der Geschmack des Roundhouse Spirits Imperial Barrel Aged Gin erinnert uns eher an Rum. Er ist vollmundig und führt Aromen von dunklem Rohrzucker mit. Süßlich karamellig und schmelzig liegt er auf der Zunge. Dieser Gin erinnert uns an Bourbon mit Orangenlikör und einem Hauch Wacholder. Dazu kommt etwas Rauchiges, das  an Whiskey erinnert. Eiskalt haben wir nur noch Wacholder mit etwas Süßsaurem, dazu ein unangenehmes Zitrusbeissen.

Urteil

Der Imperial Barrel Aged Gin mag bei Zimmertemperatur getrunken werden. Er ist komplex und erinnert an Rum mit Anklängen von American Whiskey, was durch die Holzfasslagerung kommt. Kalt erinnert er stärker an Likör. Wir finden ihn sehr spannend und mögen ihn gerne.

Quelle

Erhältlich ist der Gin bei Spirituosen Wolf. Das ist auch die einzige Quelle, die wir in Deutschland gefunden haben. Diverse Shops in USA haben ihn aber auch im Angebot.

Woanders

Wir haben bei The Gin is In eine Verkostungsnotiz gefunden. Ausserdem wurde dort auch ein Negroni mit probiert. Auch bei T. Edwards New York Wine Blog wurde der Gin verkostet und wird ebenfalls zu einem Negroni empfohlen.

Liviko Crafter’s Gin

Liviko Crafter's Gin

Den estnischen Liviko Gin hatten wir schon probiert. Jetzt konnten wir auch den Liviko Crafter’s Gin verkosten.

Der erste hat uns schon gut gefallen, und war mit 10 Euro die Flasche ein Schnäppchen. Der Crafter’s Gin ist mit 25 Euro für den halben Liter dann nicht mal eben so zum Mitnehmen geeignet. Rechtfertigt der Geschmack den Preis?

Geschichte

Liviko ist der älteste Hersteller von alkoholischen Getränken in Estland. Die Firma blickt auf eine über einhundertjährige Geschichte und eine 80jährige Tradition im Destillieren von Kräutern zurück. Ausserdem zählt sie zu den Hauptimporteuren und Großhändlern des baltischen Raumes. Weiterlesen

Ferdinand’s Saar Dry Gin

Ferdinand's Saar Dry GinAchtung, dieser Gin benötigt einen Korkenzieher. Ja, wie eine Weinflasche kommt er daher, der Ferdinand’s Saar Dry Gin. Kein Wunder, denn es ist auch Wein drin: Riesling Spätlese von der großen Lage Saarburger Rausch. Wer hört sie jetzt nicht, die Sprüche von Terroir und so weiter? Doch irgend was muss ja dran sein, sonst wären die Weine nicht immer so hoch gelobt. Und sonst würden Capulet & Montague ihn ja nicht mit Gin mischen.

Geschichte

Wie weit muss ich hier fassen? Hinter diesem Gin steht nicht nur einfach eine Destille,  nein, auch ein Weingut, und natürlich der schon erwähnte Vertrieb Capulet & Montague aus Saarbrücken.

Die Destille, die Avadis Distillery, arbeitet seit Generationen auf dem von der Familie Vallender 1824 gegründeten Gutshof auf einem Höhenzug im Dreiländereck Frankreich-Luxemburg-Deutschland. Die eigenen Obstplantagen, aber auch der Weizen- und Gerstenanbau im eigenen Betrieb, bilden eine gute Grundlage für den Ferdinand’s Saar Dry Gin, sowie für weitere Brände und Destillate.

Der Wein im Gin stammt aus der Lage Saarburger Rausch. Diese gehört dem Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken, welches hier schon seit 270 Jahren als Familienbetrieb Wein herstellt.

Dies ist die Kombination, die den Ferdinand’s Saar Dry Gin unverwechselbar macht.
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