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Deutscher Gin – Michael Kern

Es gibt Gins wie Sand am Meer. Und den Überblick zu behalten kann da schnell zu einer Sisiphos-Aufgabe werden. Was den deutschen Gin-Markt angeht, hält Michael Kern jetzt eine Hilfestellung für uns bereit. In seinem Buch „Deutscher Gin“ stellt er über 180 deutsche Gins vor. Wir mussten selbst feststellen, dass wir davon nur etwa 40 probiert hatten und auch noch viele fanden, die wir nicht kannten.

Alphabetisch sind die über 180 Gins aufgelistet. In einem Register sind sie zudem noch mal nach Bundesländern sortiert. Das hilft bei der Übersichtlichkeit auf dem deutschen Gin-Markt. Weiterlesen

The Book of Gin – Richard Barnett

The Book of GinIch habe hier ein Buch gleich in zwei Ausfertigungen liegen. Zum einen „The Book of Gin“ von Richard Barnett, zum anderen „The Dedalus Book of Gin“ von Richard Barnett.

Dass beide vom Inhalt her identisch sind, sieht man ihnen erst mal nicht an. Die Cover sind total unterschiedlich, ebenso die Texte auf der Rückseite. Allerdings solltet Ihr Euch eines der beiden ansehen.

Das Buch, ich nenne es jetzt mal so, da beide für mich eins sind, behandelt so ziemlich die gesamte Geschichte des Gins. Es beginnt in den frühen Jahren der Alkoholproduktion und geht dann recht genau die Geschichte bis zum 20. Jahrhundert durch. Dabei schreibt Richard Barnett sehr wortgewandt und in bildhafter Sprache.

Einen großen Abschnitt widmet er dem Gin Craze, der Gin-Krise, die Großbritannien im 18 Jahrhundert gar nicht gut bekam. Auch die industrielle Revolution und deren Bedeutung für die Gin-Herstellung werden erwähnt. Richard Barnett lässt auch die Entdeckung des Chinins und dessen Entwicklung nicht aus.

In einem Extra-Abschnitt werden noch einmal historische Texte, die mit Gin in Verbindung stehen, nachgedruckt ,und zum Abschluss gibt es noch eine Bewertung mit Verkostungsnotizen zu ein paar Gin-Sorten.

Schön geschrieben und informativ ist „The Book of Gin“ ein Muss für alle Gin-Nerds.

Destillatio – Destillen & Destillieren – Kai Möller

DestillatioGleich vorweg, wenn Euch nur Gin interessiert, das Buch ist nichts für Euch.

Traditionelles Destillieren, klingt das nicht spannend? Nun, dachte ich mir, sicher könnte dieses Thema auch für uns Gin-Trinker interessant sein. Deswegen habe ich mir das Buch „Destillatio“ von Kai Möller vorgenommen und war überrascht.

Zum einen, dass nicht öfters Eigenwerbung im Buch auftaucht. Zum anderen, dass öfters als gedacht der Inhalt in das mythische abdriftet. Wirklich, ich war überrascht. Ich hätte erwartet, dass dieses Buch nur eine knallharte Werbenummer des Autors ist, der selbst einen Online-Shop mit Destillen betreibt.

Statt dessen erklärt er so ziemlich alles, was es über das Destillieren gibt. Zwar nur oberflächlich, aber dennoch ist vieles drin. Sogar die Herstellung von Kraftstoffen wird umrissen. Neben der Geschichte des Destillierens geht es um die verschiedenen Destille- und Alkohol-Arten. Dazu kommen ätherische Öle und abgerundet wird mit Alchemie.

Im Grunde könnte man das Buch als gute Einführung in das Destillieren betrachten. Doch dann die Widersprüche: Frisches Quellwasser und traditionelles Destillieren, gepaart mit „nahezu echtem Rum“ aus Aromen. Zuerst braucht man kein Thermometer, dann werden Temperaturen angegeben, die das Thermometer anzeigt. Das passt alles irgendwie nicht.

Meine Meinung zu diesem Buch: Man braucht es nicht. Das meiste lässt sich verständlicher in der Wikipedia nachlesen. Und für den Rest ist sicher auch schnell eine Website gefunden. Für das Werk sollen 16,90 Euro fällig sein. Das ist einfach zu viel für ein so Allgemein gehaltenes Buch ohne großen Mehrwert.

Damit möchte ich das Buch nicht schlecht machen. Selbst mir als Anfänger auf diesen Gebiet bietet es nur einen geringen Nutzwert. Sicher kann es einen groben Überblick über den Themenbereich geben, doch ich würde zu einem Werk raten, das mehr ins Detail geht.