Clockers Gin

Clockers GinEigentlich ist das Clockers eine Bar in Hamburg. Doch vor einiger Zeit begann man auch hier, Spirituosen unter eigenem Label herzustellen. In unserem Fall einen Gin.

Der Brenner dieses Gins ist ein uns guter Bekannter, nämlich die  Augustus-Rex Edelmanufaktur aus Dresden.

Dies ist auch der zweite Gin, den Markus zum gemeinsamen Gin-Tasting mitgebracht hat.

Geschichte

Wie schon geschrieben, in Hamburg kennt man Clockers eher als Bar. Die Gastronomen, drei junge Männern aus St. Pauli, hatten sich dran gemacht, einen Gin zu entwickeln. Über ein Jahr brauchten sie für ihre Zusammenstellung. Wir haben ihn verkostet. Weiterlesen

Simon’s Gin – Next Level

Simon's Gin - Next LevelWir hatten in kleiner Runde zum Gin-Tasting geladen, und unser Freund Markus hat gleich zwei Sorten mitgebracht. Darunter war der Simon’s, der in Alzenau hergestellt wird. Hätten wir gewusst, dass es dort eine Brennerei gibt, wir hätten auf einer unserer regelmäßigen Touren nach Südhessen auch mal eine Abfahrt früher genommen, um den Gin zu testen.

Geschichte

Im Jahre 2008 begannen bei der Feinbrennerei Simon die Vorbereitungen für einen Gin. Nach einem, nach eigener Aussage, klassischem Gin, ging es 2012 weiter mit einer anderen Sorte, dem Next Level, den wir auch hier verkostet haben. Da Simon’s auch Rum brennt, sollte der Next Level einen karibischen Einschlag haben. 2013 gab es dafür bei den World Spirits Awards eine Silbermedaille.

Botanicals und Alkohol

Neben dem üblichen Wacholder kommen hier ganz andere Botanicals zum Einsatz. Tahiti-Vanillie, Tonka-Bohne, Piment und Lemon-Myrtle hatten wir in so einer Kombination noch in keinem Gin. Weitere Botanicals will der Brenner nicht verraten.

Der Alkoholgehalt beträgt 46 % vol.

Geruch und Geschmack

Dank der sommerlichen Temperaturen war der Simon’s Gin recht warm, als wir ihn das erste Mal probierten. Das mag auch der Grund für den ätherisch-alkoholischen Geruch sein, den er erst verströmte. Zudem erinnerte er uns an Schwedenbitter, Hustensaft, ja sogar Fernet Branca. Er beißt etwas in der Nase. Fast hätten wir ihn sogar für einen Enzian gehalten. Mit Eis ändert sich nicht viel. Auch hier denken wir an einen Bitterschnaps. Wir haben Aromen von grünem Holz und einem Bergwald in der Nase.

Der warme Gin beißt auf der Zunge. Im Geschmack haben wir Süßholz und etwas sehr Kräuteriges. Mit Eis wird er weiß schlierend und bekommt eine Anisnote. Wir fühlen uns an Raki erinnert. Nach einiger Zeit machen wir am Gaumen einen Geschmack von Piment aus.

Urteil

Leider ist der Simon’s Gin für uns im Geschmack kein Gin. Uns fehlen (typische) Wacholdernoten. Viel mehr würden wir ihn – von Geruch und Geschmack her – unter einem Kräuterbrand oder einem Wurzelschnaps einordnen. Dann ist er nicht schlecht.

Quelle

Erhältlich ist Simon’s Next Level Gin unter anderem bei Amazon.

Fentimans Light Tonic Water

Fentimans Light Tonic WaterIm Grunde ist dieser Artikel über das Fentimans Light Tonic Water die Wiederholung zum vorherigen Fentimans Tonic Water-Artikel, denn beide Tonics haben wir zusammen gekauft.

Im lokalen Edeka tauchte plötzlich Fentimans auf. Sofort wanderte es in den Einkaufswagen. Eine nähere Quelle hätten wir sowieso nicht auftreiben können, und bevor die guten Sachen wieder aus dem Programm genommen werden…

Geschichte

1905 begann Thomas Fentiman mit der Herstellung von Ginger Beer. Verkauft wurde es in kleinen Läden. Doch als die Supermärkte in Großbritannien zu ihrem Siegeszug ansetzten und die Läden Probleme bekamen, ging es Mitte der 1960er abwärts.

Eldon Robson, der Ur-Enkel von Thomas Fentiman, startete 1988 erneut mit dem Unternehmen und brachte die Marke wieder auf den Markt. Weiterlesen

Liviko Gin

Liviko GinEinen Gin aus Estland hatten wir noch nicht. Um so neugieriger waren wir, als diese Flasche von Liviko hier ins Haus trudelte. Wir waren gespannt, wie ein baltischer Gin schmecken würde, und wurden überrascht.

Geschichte

Liviko ist der älteste Hersteller von alkoholischen Getränken in Estland. Die Firma blickt auf eine über einhundertjährige Geschichte zurück. Ausserdem zählt sie zu den Hauptimporteueren und Großhändlern des Baltischen Raumes. Weiterlesen

Dodd’s Gin

Dodd's GinEinen interessanten Ansatz geht The London Distillery Company mit Dodd’s Gin an. Die Botanicals für den Gin stammen komplett aus Bio-Anbau. So auch der Honig, der enthalten ist. Er kommt aus den Bienenstöcken der The London Honey Company, die lokal produziert.

Der Grundalkohol wird mit einem Teil der Botanicals in einer 140-Liter-Kupfer-Destille namens „Christina“ destilliert. Die empfindlicheren Botanicals werden mit einer kleinen Menge dieses Alkohols 24 Stunden mazeriert, bevor sie in „Little Albion“, einem Rotationsverdampfer, destilliert werden.

Nachdem beide Brände mehrere Wochen zusammen gelagert wurden, werden sie per Hand abgefüllt und gelabelt. Auch das Label ist etwas besonderes. Das Papier ist „Strathmore Writing“, welches in einer komplett mit Windenergie betrieben Fabrik hergestellt wird.

Geschichte

Eine lange Geschichte hat der Hersteller hinter sich. 1807 errichte Ralph Dodd in Nine Elms, London, eine Destille. Er gründete damit The London Distillery Company. Dummerweise gab es nicht viel später eine Beschwerde einer anderen Destille, Dodd’s Unternehmen verstiesse gegen den 1720 Bubble Act. Vor Gericht verlor Dodd und musste seine Firma wieder schliessen.

Bei einem Whiskey-Tasting 2012 hatter der Mitgründer der neuen London Distillery Company, Nick Taylor, die Idee, in London eine Whiskey-Destille zu gründen. Traditionelle Investmentfirmen waren nicht mehr so risikofreudig, so dass man es mit Crowdfunding versuchte. Mitte März 2012 war es dann so weit, und das Unternehmen war finanziert. Damit war The London Distillery Company die erste Destille in über 100 Jahren, die in London Whiskey herstellte.

Eben hier wird auch Dodd’s Gin produziert – in kleinen Batches von 100 bis 500 Flaschen. Weiterlesen

Kraftwert3 Gin Fleur Fassstärke 60%

Einen Hamburger Gin dürfen wir natürlich nicht auslassen. Deswegen sagten wir auch nicht nein, als wir von Christian Kretschmar gefragt wurden, ob wir seine Kreation gerne probieren möchten.

Auch eine zweite Flasche mit der Sorte „Fassstärke“ mit 60% war mit im Karton.

Geschichte

2010 entstand die Produktidee in seiner Wahlheimatstadt Hamburg, sagt Christian Kretschmar, der Kopf hinter kraftwert3.  Mit einem befreundeten Brennmeister aus Rheinland-Pfalz fertigt er seit 2012 den Gin Fleur. Inzwischen kommt der Gin komplett aus Speyer, dem Ort, an dem er auch gebrannt wird. Weiterlesen

Kraftwert3 Gin Fleur Feinschmecker 37,5%

Kraftwert3 Gin Fleur Feinschmecker 37,5%Einen Hamburger Gin dürfen wir natürlich nicht auslassen. Deswegen sagten wir auch nicht nein, als wir von Christian Kretschmar gefragt wurden, ob wir seine Kreation gerne probieren würden.

Geschichte

2010 entstand die Produktidee in seiner Wahlheimatstadt Hamburg, sagt Christian Kretschmar, der Kopf hinter kraftwert3.  Mit einem befreundeten Brennmeister aus Rheinland-Pfalz fertigt er seit 2012 den Gin Fleur. Inzwischen kommt der Gin komplett aus Speyer, dem Ort, an dem er auch gebrannt wird. Weiterlesen

The Book of Gin – Richard Barnett

The Book of GinIch habe hier ein Buch gleich in zwei Ausfertigungen liegen. Zum einen „The Book of Gin“ von Richard Barnett, zum anderen „The Dedalus Book of Gin“ von Richard Barnett.

Dass beide vom Inhalt her identisch sind, sieht man ihnen erst mal nicht an. Die Cover sind total unterschiedlich, ebenso die Texte auf der Rückseite. Allerdings solltet Ihr Euch eines der beiden ansehen.

Das Buch, ich nenne es jetzt mal so, da beide für mich eins sind, behandelt so ziemlich die gesamte Geschichte des Gins. Es beginnt in den frühen Jahren der Alkoholproduktion und geht dann recht genau die Geschichte bis zum 20. Jahrhundert durch. Dabei schreibt Richard Barnett sehr wortgewandt und in bildhafter Sprache.

Einen großen Abschnitt widmet er dem Gin Craze, der Gin-Krise, die Großbritannien im 18 Jahrhundert gar nicht gut bekam. Auch die industrielle Revolution und deren Bedeutung für die Gin-Herstellung werden erwähnt. Richard Barnett lässt auch die Entdeckung des Chinins und dessen Entwicklung nicht aus.

In einem Extra-Abschnitt werden noch einmal historische Texte, die mit Gin in Verbindung stehen, nachgedruckt ,und zum Abschluss gibt es noch eine Bewertung mit Verkostungsnotizen zu ein paar Gin-Sorten.

Schön geschrieben und informativ ist „The Book of Gin“ ein Muss für alle Gin-Nerds.

Fever-Tree – Premium Indian Tonic Water

„Warum sollte man Premium-Spirituosen mit zweitklassigen Erfrischungsgetränken mixen?“

Genau das fragten sich Charles Rolls und Tim Warrillow, die Gründer von Fever-Tree.

Dann griffen sie in die Kiste der guten Produkte dieser Welt. Sie nahmen frisches Quellwasser aus Großbritannien, Chinin aus der Grenzregion zwischen dem Kongo und Ruanda und Bitterorangen aus Tansania. Dazu kam noch Rohrzucker und fertig war das Fever-Tree Premium Indian Tonic Water.

Geschichte

2005 war es soweit. Nach 15 Monaten Recherche und Tests wurde das erste Fever-Tree Tonic hergestellt.  Seit dem produzieren sie diverse Varianten ihres Tonics, Ginger Beer und verschiedene Limonaden. 2011 exportierten sie ihre Produkte dann schon in 25 Länder. Heute sind die Hersteller stolz darauf, dass ihre Produkte in sieben von den zehn Top-Restaurants weltweit angeboten werden.

Was der Hersteller sagt:

By blending fabulous botanical oils with spring water and the highest quality quinine from the ‚fever trees‘ of the Eastern Congo, we have created a delicious, natural, award winning tonic with a uniquely clean and refreshing taste and aroma. Designed to enhance the very best gins or vodkas.

Gerne hätte ich noch einen weiteren Spruch von der Website von Fever-Tree übernommen, doch da hat der Hersteller ein Trademark drauf. doch grob übersetzt sagt Fever-Tree:

Wenn Dreiviertel Deines Drinks ein Mixer ist, nimm den Besten

Der Geschmack

pur (kühlschrankkalt)

Das Premium Indian Tonic Water von Fever-Tree ist grobporig. Es ist mild und hat eine feine, angenehme Bitternote die im Abgang noch etwas auf der Zunge haften bleibt. Ein leichter Zitronengeruch und ein bisschen Zitrone und Limette im Geschmack passen sehr gut. Schön ist es, dass es nicht zu süß ist. Insgesamt könnte es etwas bitterer sein.

mit Gin – Hampstead

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Destillatio – Destillen & Destillieren – Kai Möller

DestillatioGleich vorweg, wenn Euch nur Gin interessiert, das Buch ist nichts für Euch.

Traditionelles Destillieren, klingt das nicht spannend? Nun, dachte ich mir, sicher könnte dieses Thema auch für uns Gin-Trinker interessant sein. Deswegen habe ich mir das Buch „Destillatio“ von Kai Möller vorgenommen und war überrascht.

Zum einen, dass nicht öfters Eigenwerbung im Buch auftaucht. Zum anderen, dass öfters als gedacht der Inhalt in das mythische abdriftet. Wirklich, ich war überrascht. Ich hätte erwartet, dass dieses Buch nur eine knallharte Werbenummer des Autors ist, der selbst einen Online-Shop mit Destillen betreibt.

Statt dessen erklärt er so ziemlich alles, was es über das Destillieren gibt. Zwar nur oberflächlich, aber dennoch ist vieles drin. Sogar die Herstellung von Kraftstoffen wird umrissen. Neben der Geschichte des Destillierens geht es um die verschiedenen Destille- und Alkohol-Arten. Dazu kommen ätherische Öle und abgerundet wird mit Alchemie.

Im Grunde könnte man das Buch als gute Einführung in das Destillieren betrachten. Doch dann die Widersprüche: Frisches Quellwasser und traditionelles Destillieren, gepaart mit „nahezu echtem Rum“ aus Aromen. Zuerst braucht man kein Thermometer, dann werden Temperaturen angegeben, die das Thermometer anzeigt. Das passt alles irgendwie nicht.

Meine Meinung zu diesem Buch: Man braucht es nicht. Das meiste lässt sich verständlicher in der Wikipedia nachlesen. Und für den Rest ist sicher auch schnell eine Website gefunden. Für das Werk sollen 16,90 Euro fällig sein. Das ist einfach zu viel für ein so Allgemein gehaltenes Buch ohne großen Mehrwert.

Damit möchte ich das Buch nicht schlecht machen. Selbst mir als Anfänger auf diesen Gebiet bietet es nur einen geringen Nutzwert. Sicher kann es einen groben Überblick über den Themenbereich geben, doch ich würde zu einem Werk raten, das mehr ins Detail geht.