GRANIT Bavarian Gin

GRANIT Bavarian GinÜber 100 Jahre Erfahrung hat die Hausbrennerei Penninger aus Hauzenberg im Destillieren. Noch nicht so lange, seit Anfang 2014, gibt es den GRANIT Bavarian Gin von der Traditionsbrennerei Penninger.

Eine gute Freundin aus Bayern hat uns eine Probe zum Verkosten zukommen lassen.

Wir hatten nur ein kleines Fläschchen, an der großen Flasche hängt noch ein Granitstein. Dieser weist nicht nur als Gag auf das Filterverfahren hin, bei dem der Brand durch Granitsteine gefiltert und damit auf der rauen Oberfläche Teile des Alkohols und Fuselöle abgeschieden werden, sondern er hat auch noch einen weiteren praktischen Vorteil. Er kann im Eisfach gekühlt werden und kühlt so am Ende den Gin, ohne ihn zu verwässern.

Update 2018

Wir haben über die Tasting-Box von GinCharts eine weitere Probe des Granit Gins erhalten und wollten, gerade nach dem Kommentar von Stefan Penninger, natürlich noch ein mal probieren. Dies ist unter „Geruch und Geschmack“ zu lesen.

Geschichte

Gin ist im Trend, das dachte man sich auch bei der Brennerei Penninger, die seit über 100 Jahren Kräuterdestillate, allen voran den bekannten Bärwurz, herstellt.

Ein Podcast war dann der Anstoss, der Stefan Penninger und seinen Vater dazu brachte, selbst einen bayerischen Gin zu brennen. Die Voraussetzungen waren alle da, nur die Rezeptur musste noch entwickelt werden.

Weitere Infos finden sich auch noch bei Gintastics und bei Eye for Spirits.

Botanicals und Alkohol

28 Botanicals ergeben den GRANIT Bavarian Gin. Darunter sind  13 klassische Gin-Botanicals wie Wacholder, Zitronenschale, Lavendel, Kardamom und Koriander, sowie 15 traditionelle bayerische Kräuter und Wurzeln wie Melisse, Angelikawurzel, Arnika, Bärwurz und Enzian.

Der Alkohol kommt aus Getreide in Bio-Qualität, wie alle Botanicals auch.

Der Alkoholgehalt beträgt 42 % vol.

Geruch und Geschmack

Wir finden im Geruch sofort Süßholz. Dann legt sich eine Anisnote darüber. Ein bisschen Koriander erschnuppern wir. Dafür können wir so gut wie keinen Wacholder ausmachen. Etwas Süßliches liegt in der Nase. Eiskalt wirkt der Gin fast neutral.

Im Munde legt sich der Granit Gin sanft um die Zunge. Durch die Kräuternoten schmeckt uns dieser Gin eher nach Kräuterbrand als nach Gin. Er ist süßlich. Wir schmecken etwas Thymian heraus. Mit Eis haben wir das Gefühl, einen Enzian zu trinken. Ein Hauch Zitrone liegt dahinter. So ist er ganz nett.

Update 2018

Dieses mal haben wir deutlich den Wacholder in der Nase. Dazu finden wir Aromen von Blüten. Im Geruch wirkt der Granit trocken und erdig. Wir riechen etwas Orange, vielleicht sogar Orangenblüte. Mit Eis wird der Wacholder deutlicher, doch die restlichen Aromen verschwinden eher.

Der Geschmack ist komplex. Wacholder und Blüten schmecken wir. Dazu haben wir eine Bitterkeit, die an Wurzeln erinnert. Angelika könnte dahinter stecken. Mit Eis bleibt nur noch etwas Wacholder und Anis über. Die restlichen Aromen verwässern.

Urteil

Wir haben etwas nachgelesen. Andere nennen den GRANIT Bavarian Gin geradlinig und rein nach Wacholder schmeckend. Wir können das nicht bestätigen. Wieder einmal haben wir eine schöne Spirituose entdeckt, doch für uns schmeckt das nicht nach Gin.

Update 2018

So gefällt uns der Granit Gin schon etwas besser. Der Wacholder ist deutlicher und wir sind dieses mal auch sicher, einen Gin im Glas zu haben. Was auch immer bei der ersten Verkostung oder der Probe schief ging, so wie wir den Granit jetzt probiert haben, so kann er bleiben.

Quelle

Erhältlich ist GRANIT Bavarian Gin unter anderem bei Amazon. Die Flasche mit 0,7 Liter kostet etwa 32 Euro.

Disclaimer

GRANIT Bavarian Gin hat uns Petra von Chili und Ciabatta zukommen lassen. Vielen Dank dafür.

Eine weitere Probe des Granit Bavarian Gin wurde uns in Form von einer Tasting-Box von GinCharts unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung.

4 Comments

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  2. Servus,

    und erstmal vielen Dank für Euren Beitrag! Die sensorische Analyse kann ich aber so nicht unkommentiert stehen lassen. Und ich schicke Euch gerne noch einmal eine Zweitprobe zum Gegenverkosten! Bei der Entwicklung des GRANIT haben wir auf ein Ginrezept aus den Siebzigerjahren gesetzt, das wir dann um bayerische Kräuter und Wurzeln erweitert haben, mit denen wir auch schon seit Jahrzehnten Erfahrung haben. Und speziell auf eine deutlich hervortretende Wacholdernote haben wir großen Wert gelegt, weil wir den Trend zu den New Western Style Gins nicht so toll für uns passend fanden. Süßholz ist natürlich auch dabei, aber in einer merklich reduzierten Menge zu unseren üblichen Rezepten. Und auch auf Messen und Verkostungen freuen sich die meisten Fachleute (Keeper und Barchefs), dass sie „endlich mal wieder einen Gin (haben), der nach Wacholder schmeckt!“. Also, ich kann mir das also nur so erklären, dass die Probe, die Euch erreicht hat, nicht mehr einwandfrei war. Schickt mir also einfach eine Mail mit Eurer Adresse, und ich lass Euch eine Probe von uns zuschicken. Alternativ könnt Ihr Euch auch gerne eine weitere Probe auf dem Markt besorgen – damit nicht gesagt werden kann, wir hätten da rumgetüdelt ;). Und bitte nicht totkühlen, sondern wie in Sensorikpanels üblich bei 16-18 Grad verkosten.

    Viele Grüße aus dem Bayerischen Wald,
    Stefan Penninger

    P.S.: Just to be nitpicking: Gins sind keine Brände ;).

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